NW: Haydn feat. Hardrock feat. Kriegsbegeisterung

Es ist nicht ganz klar, wer oder was die Verantwortlichen des Bundespresseamts geritten hat, als sie ein Werbefilmchen mit dem unverfänglichen Titel „Die Bundeswehr online“ auf den YouTube-Kanal der Bundesregierung stellten. Das Ergebnis aber ist nicht nur mit dem für martialische Militärvideos offensichtlich angebrachten Hardrock unterlegt, zeigt Truppen zu Luft, Land und Wasser sowie Geschütze, Raketen und MG-Feuer im Einsatz, sondern schmückt die zur Schau gestellte Kriegsbegeisterung auch noch mit zwei akustischen Schnipseln der bundesdeutschen Nationalhymne.

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Man mag ein solches Filmchen an sich schon für geschichtsvergessen befinden. Aber die Kombination Hymne plus Bombenabwurf hat jemand vor fast einem halben Jahrhundert schon einmal – künstlerisch – umgesetzt: ebenfalls unter Zuhilfenahme des Deutschlandlieds, ebenfalls musikalisch verfremdend, vielleicht aber etwas verstörender (ab 0:53).

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Nachtrag, 17. November: Nach deftiger Kritik hat die Regierung einen Rückzieher gemacht: Das Video wurde gelöscht, wie n-tv.de berichtet. Allerdings:

Das Verteidigungsministerium hatte den Film zunächst trotzdem verteidigt. „Mit schnellen Schnittfolgen und moderner Musik entspricht der Beitrag dem Stil zeitgemäßer Youtube-Clips“, sagte der Sprecher. Die Bundesregierung war da offensichtlich anderer Meinung.

2. Nachtrag, 18. November: Das Internet vergisst nicht. Unter diesem YouTube-Konto gibt’s das Video weiterhin, damit kann man sich das Machwerk hier wieder ansehen (via absolut obsolet).